Zum Inhalt
Das Management-Handbuch versucht, die modernen Entwicklungen des Sporttourismus vor dem
Hintergrund der Theorie und der Praxis aufzunehmen und in den Zusammenhang der
wirtschafts-, sozial- und sportwissenschaftlichen Forschung zu stellen. Das Buch war 1995 das
erste deutschsprachige Werk, das sich umfassend mit der Thematik Sport und Tourismus
auseinander gesetzt hat.
Dreyer zeigt zunächst die Marktbedingungen für den Sporttourismus auf. Die Abgrenzung des
relevanten Marktes kann bereits dazu dienen, neue Marktsegmente zu erschließen und so am
Wachstum der Branche zu partizipieren. Ein sehr altes Marktsegment, das jedoch mehrere
Verjüngungen durchgemacht hat und in den 90er Jahren Nutznießer des Jahrzehnts des
Ökotourismus geworden ist, stellt der Fahrradtourismus dar, dessen Marketing-Mix im Mittelpunkt
des moderne Managementmethoden zugrunde legenden Kapitels von Freyer steht. Miglbauer
zeigt später an einem regionalen Beispiel, wie sich dies konkret in der Praxis auswirkt. Die hier
bereits teilweise am Fall angesprochenen Marketing-Instrumente werden von Dreyer
systematisiert. Hierbei darf man nicht übersehen, daß die Kommunikationspolitik eine immer
wichtigere Rolle spielt, da es ja nicht nur darum geht, ein bestimmtes Feriengebiet mit einer
sportlichen Aktivität zu verknüpfen, sondern mit Träumen von Glück, Jugend und Status. Hierauf
geht auch Schwen ein, dessen Trendmanagement ein Surfen auf der Woge des Zeitgeistes
darstellt. Wem es gelingt, die Welle zu reiten, richtig im Trend zu liegen und diesen ggf.
entsprechend zu beeinflussen, ist weit über denen, die u.U. im Wellental überrollt werden.
Dies wird
am Beispiel Wilkens im Falle des ökologisch orientierten Sporttourismus deutlich.
Hier geht es nicht nur darum, verantwortungsbewusst mit den ökologischen Ressourcen
umzugehen, sondern auch den Zusammenbruch eines positiven Images von Regionen oder
Sportarten zu vermeiden. In jüngster Zeit sind immer wieder Rechtsfragen im Tourismus
diskutiert worden. Zundel behandelt den wichtigen Ausschnitt für den Sporttourismus, in dem sehr
heterogene Rechtsgebiete zusammentreffen. Die sich weiter ausdifferenzierenden Berufsfelder
des Sporttourismus mit ihrer Qualifikationsproblematik werden von Gläser analysiert. Diese
Probleme betreffen vor allem die Reiseveranstalter und -mittler. Mit der Vergrößerung und
Verstetigung des Marktes ist ein deutlicher Professionalisierungstrend festzustellen, der immer
weitergehende Qualifikationsprozesse erfordert.
Köhler und Scharenberg analysieren das Angebot der Reiseveranstalter. Sie berücksichtigen
dabei die von Opaschowski (1994) beobachteten schnellen Veränderungen auf dem Sport- und
Freizeitmarkt. Trümper stellt das am schnellsten expandierende Marktsegment der Risiko- und
Abenteuersportarten vor. Eine sehr traditionelle Form des Sporttourismus untersuchen Messing
und Müller, die sich mit der Gruppe der Olympiatouristen des DER-Reisebüros bei den
Olympischen Sommerspielen von Barcelona befassen.
Langfristige Planungen im Sporttourismus stellen ein planerisches Problem dar, da es
landschaftsbezogenen Aspekte der Standortplanung von Sport- und Spielstätten betrifft, die
möglichst polyfunktional angelegt sein müssen, um den Marktschwankungen gerecht zu werden,
wie sie Haass behandelt. Kirsch stellt die politischen Aspekte in den Vordergrund, da es bei allen
Fragen von Tourismus und Sport und natürlich auch beim Sporttourismus einen Zielkonflikt gibt,
auf den die Politik ausgleichend zu wirken und den sie letztendlich zu entscheiden hat.
Der Kurort Schierke im Harz ist das Fallbeispiel, an dem Ganske das Spannungsfeld zwischen
Wirtschaftsentwicklung (hier der ex-DDR) und ökologischen Erfordernissen aufzeigt. Willingen
im Sauerland versucht besonders jüngere Menschen als Zielgruppe mit einem Sport &
Fun-Konzept anzusprechen, das von Czech & Schütz erklärt wird. Zu den ältesten touristischen
Betrieben in den Alpen gehören die Bergbahnen. Manche Orte konnten durch sie überhaupt erst
erschlossen werden. Bieger zeigt, mit welch modernen Management-Methoden solche
Unternehmen zu führen sind. Schließlich zeigt Lüdge die Marketing-Konzeption der Deutschen
Lufthansa auf, die durch ihre jüngsten Veränderungen in der Management- und
Marketing-Konzeption wieder in der Gewinnzone fliegt.
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